Kein rückwirkender Mehrbedarf für kostenaufwändige Ernährung

Kein rückwirkender Mehrbedarf für kostenaufwändige Ernährung, wenn die Erkrankung nicht bekannt war

Ein Mehrbedarf wegen kostenaufwändiger Ernährung i.S. des § 21 Abs. 5 SGB II ist nicht rückwirkend zu bewilligen, wenn im Nachhinein eine Krankheit festgestellt wird, die in der Vergangenheit eine spezielle aufwändige Ernährung indiziert hätte, welche jedoch aufgrund der Unkenntnis nicht erfolgt ist.

Für eine diagnostizierte Eisenmangelanämie scheitert ein ernährungsbedingter Mehrbedarf am Fehlen einer hierdurch bedingten kostenaufwändigeren Ernährung. Denn bei einer Eisenmangelanämie genügt nach den Mehrbedarfsempfehlungen des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge aus dem Jahr 2008 eine Vollwertkost; diese ist aus dem Regelbedarf zu finanzieren.

BSG, Urteil vom 20.02.2014, B 14 AS 65/12 R